Tanztheater Jena e.V.

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Tanztheater Jena e.V.

BAU(H)AUS (2009)

Rezension

Bauhaus in bewegenden Bildern

Von Hans Lehmann, erschienen in der TLZ am 21.12.2009
 

Die Gala des Tanztheaters Jena im Volkshaus war dem diesjährigen Bauhausjubiläum gewidmet.

Man ist bei diesem Ensemble jedes Mal verblüfft ob des Ideenreichtums, was die Szenerie betrifft, erst recht bei solch "formal" bestimmten Ideenwelten der einstigen Bauhäusler. So ließ bereits das Entree "Metamorphosen" in Schwarzweiß etwas von dem ahnen, was den weiteren Verlauf des Abends bestimmen sollte.

Zu sehen ist eine Genese von Amöbe über Vogel zum Mensch oder gar Engel (?). Ob "Turning", vier Tänzerinnen in zwei mal zwei beschleunigt, "Tod und Leben", Choreografie zweier 13-Jähriger, die sozusagen das "mitten im Leben" zeichnete, "Schach" das große Corps in Schwarz und Weiß im Spiel bis zum Matt oder "La Barre", die Bewegung an oder mit der Stange phantasievoll ausweitend, stets war man Zeuge überraschender Ideenfindung und perfekter Ausführung.

Quadrat, Kreis und Dreieck

Ein weiterer Höhepunkt im Sinne des Bauhauses war "Quadrat, Kreis, Dreieck", mehr als nur ein Spiel mit den Grundformen, erst recht die abschließende Synthese in Gestalt von "Schwarzlicht", sozusagen der Gegenentwurf zu den naturhaften Metamorphosen des Entree, nun mit den formalen Attributen des Bauhauses getanzt, rundeten das Programm. Diese Formen bildeten von Thomas Schwarz gezeichnet auch am Bühnenhorizont eingeblendet die adäquate Kulisse zum Geschehen.

Getanzte Erinnerungen

Dieser Abend entwickelte sich zu einem Gesamtkunstwerk, denn Klaus Wegener gestaltete die Sonate des Dada-Künstlers Kurt Schwitters in authentischer Manier. Was er in deren 3. und 4. Satz an Sprechmusik unnachahmlich gurgelte, sprach und sang, das machte Staunen wie auch die musikalischen Darbietungen. Zum einen vertanzte Erinnerungen zur Musik des Komponisten Erwin Schulhoff mit "Gina", ein Solo oder "Rot Gelb Orange". Johanna Spanzel, inzwischen bereits preisgekrönte Studentin an der UdK Berlin, sang, begleitet von Jürgen Hoffmann, die "Seeräuber-Jenny" und andere Songs von Kurt Weill.

Symbolträchtiges Gesamtkunstwerk
Alles in allem: ein wahrlich fantastischer Abschluss des Bauhausjahres 2009 als Gesamtkunstwerk, "Bau aus" getitelt, ging da symbolträchtig über die Volkshausbühne, eine Begegnung der Künste wie einst in Weimar initiiert.
Die Solisten, das gesamte Tanzcorps mit selbst erdachten Choreografien und natürlich Altmeisterin Manuela Schwarz wurden am Ende lebhaft gefeiert.

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